Sechster Monat – Halbzeit

Die Zeit des Reisens ist zu ende und der „Arbeitsalltag“ hat wieder begonnen. Ich habe traurig feststellen müssen, dass schon über die Hälfte meines Freiwilligendienstes vergangen ist.

Zeit zurückzublicken und das letzte halbe Jahr zu reflektieren, aber auch in die Zukunft zu schauen und die andere Hälfte zu planen.
Das letzte halbe Jahr war geprägt von zahlreichen Erfahrungen, Projektänderungen und wertvollen Bekanntschaften. All dies hat mir nicht nur einen Einblick in das Leben und die Kultur Südafrikas gegeben, sondern hat mich auch persönlich wachsen lassen.Ich möchte keine dieser Erfahrungen missen und hoffe, dass die vor mir liegende Zeit weitere wertvolle Erfahrungen mit sich bringen wird.

Diese Zeit wird hoffentlich auch eine Zeit, in der ich meinen Platz als Freiwillige finden werde. Anlass dazu gibt mir zum einen, dass sich meine Wohnsituation geklärt hat. Nach einigen Komplikationen habe ich nun endlich den Vertrag für meine Wohnung bis zum Ende meines Freiwilligendienstes unterschrieben. Ich wohne in einer Wohngemeinschaft mit drei Studenten, die gerade ihren Abschluss an der Rhodes Universität anstreben. Wir leben in einem Haus, das von meiner vorherigen Wohnung aus gesehen auf der anderen Seite der Stadt liegt. Dies ist leider auch der einzige Nachteil der Wohnsituation, da es mich vierzig Minuten kostet, um zur Arbeit zu laufen. Jedoch darf ich das Fahrrad meiner Mitbewohnerin die meiste Zeit benutzen, was mich viel Zeit sparen lässt. Des Weiteren hat das Haus einen wundervollen Garten und liegt in einem sehr ruhigen Teil der Stadt.

Nicht nur meine Unterkunft, sondern auch mein neues Projekt geben mir einen Grund mich auf die kommende Zeit zu freuen.
Ich habe begonnen nachmittags in einem Musikprojekt zu arbeiten. Der Name des Projektes ist „Access Music Project“ und gibt, wie der Name schon sagt, Schülern einen Zugang zur Musik. Die Schüler kommen aus verschiedenen Schulen des größten Townships in Grahamstown namens Joza. Mit dem Projekt beginnen sie in der achten Klasse und erhalten dann Unterricht bis sie die Schule beenden.

Das Programm ist so aufgebaut, dass die Schüler, so gut wie möglich, sehr umfangreichen Unterricht erhalten. So spielen sie einmal in der Woche in einer Marimba Band, in der auf den Xylophon ähnlichen, typisch südafrikanischen Instrumenten in Gruppen von acht bis zwanzig Schülern Stücke eingeübt werden. Dabei spielen sie auf Piccolo-, Sopran-, Tenor- und Bass-Marimbas, sodass eine große Anzahl an Stücken gespielt werden kann.

Des Weiteren erhalten die Schüler Einzelunterricht in einem Instrument, das sie auswählen können. Zur Auswahl stehen diverse Blasinstrumente, Klavier, Cello und Bass. Sie haben außerdem die Möglichkeit in einem Orchester ihr Instrument zu spielen. Die Lehrer legen darauf wert, dass nicht nur die bekannten Komponisten gespielt werden, sondern auch traditionell südafrikanische Stücke und südafrikanische Popmusik.
Einmal in der Woche muss dann noch der Theorieunterricht besucht werde, in dem auch Tests geschrieben werden und die Hausaufgaben fleißig erledigt werden müssen.

Dadurch, dass deutlich mehr Schüler daran interessiert sind Musik zu lernen, als es dem Projekt möglich ist zu unterrichten, bin ich froh, dass ich das Projekt unterstützen kann. Meine Aufgabe ist es, verschiedene administrative Aufgaben zu erledigen, die neben dem Unterricht oft zu kurz kommen. Außerdem unterstütze ich die Lehrer beim Marimbaunterricht und helfe beim Theorieunterricht der Anfänger. Obwohl ich erst begonnen habe dort zu arbeiten genieße ich es schon sehr und habe mich schon zeimlich gut eingelebt. Vor allem genieße ich es in dem Orchester mitzuspielen. Ich habe sogar eine Querflöte geliehen bekommen, die ich fleißig spiele. Es ist interessant einen Einblick in die südafrikanische Welt der Musik zu bekommen.

Besonders das Projekt führt dazu, dass ich mich sehr auf die nächste Zeit freue. Aber auch meine Freizeit genieße ich sehr. Ich habe begonnen am nahe gelegenen Strand zu surfen. Außerdem besuche ich zweimal wöchentlich mit Chiara, einer Freiwilligen von einer anderen Organisation, den Karateunterricht. Dies macht sehr viel Spaß, auch wenn wir bei den Anfängern den Altersdurchschnitt deutlich erhöhen.
Des Weiteren nehme ich an einer sogenannten „small group“ teil, bei der sich junge Menschen (hauptsächlich Studenten) einmal wöchentlich treffen, um über Gott und die Welt zu reden. Auch versuche ich ein paar Vorlesungen an der Universität zu besuchen. Es ist angenehm mal wieder etwas zu lernen und auch interessant einen Einblick in die Universität zu bekommen. Vor allem, da diese einen großen Teil der Stadt ausmacht.

So erlebe ich immer etwas Neues und mir wird definitiv nicht langweilig. Viele Freundschaften und Bekanntschaften führen dazu, dass ich auch in der, neben Arbeit und Freizeitbeschäftigungen, mir übrig bleibenden Zeit beschäftigt bin.

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